Marlon Brando

Der amerikanische Schauspieler Marlon Brando
starb im Alter von 80 Jahren am Donnerstag den 1. Juli 2004 um 18.20 Uhr
Ortszeit in einem Spital in Los Angeles.
Das Spital gab als Todesursache Lungenembolie an.
Der schwer
übergewichtige Brando litt seit längerer Zeit an Herzproblemen. Nach
Aussagen
von Freunden soll Brando schon letztes Jahr mit seinem Leben
abgeschlossen und erklärt haben, er sei bereit zu sterben.
In seinen besten Zeiten hatte der "Schauspieler-Gott", wie er
genannt wurde, Unmengen von Jüngern. Er war für James Dean
Vorbild wie auch für Paul Newman. Auch Stars wie Robert De Niro und
Al Pacino ließen sich von ihm inspirieren.

Brando war der erste wirkliche "method actor". Sein sparsamer Umgang
mit Mimik und Gestik wurde zwar häufig persifliert, jedoch noch öfter imitiert.
Seinen Durchbruch erreichte Marlon Brando 1951 in der Verfilmung
des Dramas "Endstation Sehnsucht" von Tennessee Williams.
"Die Faust im Nacken" brachte Brando 1954 seinen ersten
Oscar ein. "Wenn es in der Geschichte des amerikanischen Films eine bessere
Leistung als diese gibt, ich kenne sie nicht", so Regisseur Elia Kazan
damals über seine Entdeckung.

Brando blieb bei der Rolle des "zornigen jungen Mannes" und wurde
zum Idol einer ganze Generation. Der Filmstar antwortete darauf mit Verweigerung
und zog sich auf sein Atoll in der Südsee zurück, das er bei den Dreharbeiten für
die "Meuterei auf der Bounty" entdeckt hatte.
In den Sechzigern war Brandos Karriere scheinbar bereits
Vergangenheit. Doch er zeigte dass er konnte, wenn er nur wollte. Er
kämpfte um die Rolle des Don Corleone im "Paten", die ihm 1972 ein
fulminantes Comeback bescherte.
Mit der Hauptrolle in "Der letzte Tango in Paris" legte er im selben
Jahr als sexuell hemmungsloser Witwer nach und erhielt eine weitere
Oscar-Nominierung. Die Rolle des Oberst Kurtz in "Apocalypse Now"
machte ihn endgültig zur Legende für eine weitere Generation von Kinogehern.

Kein Film habe seinem Naturell so sehr entsprochen wie "Der Wilde", sagte
Brando selbst einmal. Darin gab er 1953 den Anführer einer Motorradbande.
"Ich musste sagen 'Keiner schreibt mir vor, was ich zu tun habe.' Genau
das habe ich mein Leben lang empfunden."
